Name der Seite: „Ihr Seid Voll Col“
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Autor: die-google-gesellschaft.de
Erstellungsdatum: 06.07.2005
Stand: 09.09.2010
Vor allem mit Blick auf Jugendliche wird im Diskurs um die Möglichkeit einer partizipatorischen und zivilen Wissensgesellschaft zunehmend auch dem Internet eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Tatsächlich haben Anzahl und Anteil jugendlicher InternetnutzerInnen, sowie potentielle Zugangsorte zum Informations- und Kommunikationspool Internet stetig zugenommen. Im Kontext eines hierzulande bislang noch wenig beachteten Diskurses um ‚Digital Inequality' wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass sich hinsichtlich der Nutzungspraxis Jugendlicher bedeutsame, durch Gender-, Bildungs- und sozioökonomische Dimensionen vermittelte Ungleichheiten finden können: Das Internet ist kein utopischer Ort jenseits einer durch Ungleichverteilungen materieller wie sozialer und kultureller Ressourcen gekennzeichneten sozialen Wirklichkeit. Während diese die Möglichkeiten und Fähigkeiten Jugendlicher im Netz vorstrukturieren, wird die Ungleichheit des Internet zugleich durch die Praxen seiner NutzerInnen strukturiert. Indes fungiert auch das Internet selbst als lebenspraktische Ressource für die Jugendlichen. In Informations- und Kommunikationsprozesse im Internet können sich Räume informeller Bildung (‚kulturelles Kapital') wie Räume der Vernet-zung und Vergemeinschaftung (‚soziales Kapital') formieren, die sich zur Ressource ‚Social Support' verdichten. In Diskursen um die Potentiale sozialer Internetdienstleistungen (insbesondere: professionelle Online-Beratung) wird entsprechend die Möglichkeit einer Erweiterung der Interessenartikulation und Beteiligung von AdressatInnen axiomatisch betont.
Mit Blick auf die professionelle Online-Beratung für Jugendliche gewährt dieser Artikel daher einem Einblick in die Praktiken, durch die sich Jugendliche netzbasierten ‚Social Support' erschließen, sowie einer Rekonstruktion der Vorrausetzungen an welche dieser ‚effective access' gebunden ist. Innerhalb des Artikels wird auf drei zentrale Zugangsdi-mensionen innerhalb der Online-Beratung aufmerksam gemacht: die mediale Passung, die inhaltliche Passung und die interpersonale Passung. Die Bearbeitung dieser Passungsverhältnisse durch professionell Beratende wird als Grundlage einer ungleichheits- und schließungsreflexiven internetbasierten Beratung für sozial heterogene Jugendliche diskutiert.