Trendforschung im Netz der Zeichen
Andreas Schelske und Peter Wippermann
Trends der (Welt-)Gesellschaft zu ergoogeln, ist ungefähr so erfolgsversprechend wie Trends im städtischen Telefonbuch einer Stadt zu suchen. Trendforschung beginnt mit der Wahrnehmung soziokultureller Strömungen. Diese bezeichnen Veränderungen im Denken, Fühlen und Handeln, Veränderungen der Lebensziele und Werte oder sind Ausdruck von Anpassungsleistungen an veränderte Rahmenbedingungen. Solche sozio-kulturellen Anpassungsleistungen beginnen mit schwachen Signalen – so genannten Weak Signals – und entwickeln sich mitunter zu kollektiven Handlungsmustern. Sobald schwache Signale einen Konsumententrend andeuten, reicht es nicht aus, die Zeichen wahrzunehmen. Konsumententrends basieren auf vielerlei Zeichenvernetzungen, aus denen zu erkennen ist, wie Individuen als nächstes Handeln könnten. Es kommt in der Trendforschung also nicht nur darauf an, zu beobachten und zu verstehen, was die Zeichen kommunizieren, sondern auch zu antizipieren, was die zukünftigen Handlungen der Individuen sein werden.
