Neuer Wein in neuen Schläuchen. 10 Jahre Online-Journalismus
Interview mit Markus Deggerich
Kai Lehmann
Im Herbst 2004 feierte der deutsche Online-Journalismus sein zehnjähriges Jubiläum. Der Start von Spiegel Online wird als Geburtsstunde des etwas anderen Journalismus’ betrachtet. Die »Feierlichkeiten« wurden dabei nicht für überschwängliche Glückwünsche genutzt, sondern für eine kritische Bestandsaufnahme: Denn ob es einen Online-Journalismus wirklich gibt, bestreiten zahlreiche Medienvertreter seit dem ersten Tag.
Über 30 fest angestellte Redakteure produzieren in der Redaktion von Spiegel Online Tag für Tag rund 80 Beiträge. Ca. 30 Millionen Euro hat der Verlag bisher in das Projekt investiert, finanziell aber trägt sich der Internet-Ableger des Nachrichtenmagazins noch nicht. Dafür kann sich die Reichweite von Spiegel Online sehen lassen: Mit 1,6 Millionen Lesern pro Woche ist sie größer als die des Heftes.
Markus Deggerich arbeitete von 1999 bis 2004 als erster Berlin-Korrespondent eines Online-Magazins an vorderster Politikfront. Er wechselte nun von Spiegel Online in die Hamburger Redaktion des Mutterblattes. Er erläutert im Interview, was es mit Online-Journalismus auf sich hat, wo die Grenzen sind und was wir die nächsten Jahre erwarten dürfen.
