Die Google-Gesellschaft. Zehn Prinzipen der neuen Wissensordnung
Michael Schetsche, Kai Lehmann, Thomas Krug
Wissen zu schaffen, zu sammeln und dieses mit anderen Personen zu teilen, ist ein wichtiger Wesenszug des Menschen. Mit den menschlichen Kulturen änderte sich auch der Umgang mit und der Zugang zu Wissen. Doch es ist legitim, zu Beginn des 21. Jahrhunderts von einer neuen Rolle des Wissens in der Gesellschaft und von einer neuartigen Qualität des Wissens selbst zu sprechen: Digital prozessiertes Wissen ist die dominierende soziale Ressource, es bestimmt die Entwicklung der Gesellschaft und die Partizipationschancen ihrer Mitglieder.
In dieser neuen Gesellschaft ist das Internet mehr als nur ein Computernetz; es geht um mehr als den intelligenten Transport von Daten. Vielmehr wandeln sich die kulturellen Umgangsweisen mit Wissen, die Art, wie wir es erstellen, erreichen, darstellen und weiterverarbeiten. Welche Veränderungen dies im Detail sind, zeigen die einzelnen Beiträge des Bandes; abstrakt auf den Punkt gebracht wird der Wandel in diesem Einleitungsbeitrag der Herausgeber. Dazu wird die neue Logik des Sozialen in Form von „zehn Prinzipien der Google-Gesellschaft“ benannt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kommen nicht ohne gegenläufige Tendenzen aus – aber sie verdeutlichen, in welche Richtung es gesellschaftlich geht:
- Die Suchmaschine als Universalschnittstelle
- Die mediale Erschaffung der Wirklichkeit
- Neue Wirklichkeit, neue Öffentlichkeit
- Ungleichheit durch Gerechtigkeit
- Unhintergehbare technische Normen
- Wiederverzauberung der Welt
- Die neue Ökonomie
- Der Kampf um Aufmerksamkeit
- Information als Transaktionsressource
- Dissoziative UmOrdnung des Wissens
